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Leipzig, 29.05.2004»


Die grandios erscheinende Idee, über Nacht nach Leipzig zu fahren, um den Staus auf der Autobahn zu entgehen, entpuppte sich nach ca. 100km als völlig idiotisch, da der Schuss komplett nach hinten losging. Schließlich schafften wir es doch noch, um 01:30 Uhr, im Hotel anzukommen.

Am nächsten Morgen gönnten wir uns ein ausführliches Mahl, bevor wir unsere Pässe abholten. Danach ging’s erstmal in die AGRA-Halle, wo wir am Sonic Seducer-Stand eine Autogrammstunde gaben. Überrascht, um 12:00 Uhr so viele Fans zu sehen, waren nach kurzer Zeit unsere Poster vergeben, die anscheinend jedermann (und jederfrau) haben wollte. Schließlich schlenderten wir noch etwas an den Ständen vorbei, bevor wir uns auf ins Schauspielhaus machten.

Es stellte sich als schwierig heraus einen Eingang zu finden, der geöffnet war. Aber nach einiger Zeit bekamen wir Zutritt zu einem unglaublichen Gebäude. Da wir uns zunächst
erneut verliefen – die Gänge dort schauen erstens alle gleich aus und scheinen zweitens in jede Richtung zu führen, außer der, die man sucht – dauerte es noch geraume Zeit, bis wir unsere Instrumente und den restlichen Kram sicher an die Bühne brachten. Ein gewaltiges Bild erwartete uns: Eine gigantische Bühne, von der für den Konzertabend eigentlich nur ein Drittel zur Verfügung stand und unzählige Trassen und Vorhänge standen bereit. Wir entschieden uns für den weißen, den auch die Vorband, das „Weimarer Orchester“ benutzte, da, auf das Anraten unseres Lichtmannes Tilmann, die Effekte besser zur Geltung kämen...

Noch zwei Interviews, dann konnten wir uns für eine halbe Stunde ausruhen... Naja, ich hab` mich ausgeruht, während Sonja noch die berühmt-berüchtigten schwarzen Setlists schrieb und der Rest der Band sich ein wenig die Beine auf dem Mittelaltermarkt vertrat. Einzige Ausnahme: Johannes schaffte es, sich auf der Parkbühne ein Metal-Konzert anzuschauen und wieder pünktlich zum Konzert zurück zu sein. Und das in nicht ganz zwei Stunden. Respekt!

Die Umbaupause zu unserem Konzert war gleichzeitig die erste und einzige Gelegenheit für uns, den Bühnenaufbau und -sound einzurichten. Danach begann das Konzert: Der Vorhang öffnete sich und wir bemerkten, dass die Bühne ja noch viel, viel größer war als wir dachten, denn durch den Vorhang hatte alles recht gedrungen ausgesehen. So sonnten wir uns, nach Überwindung des ersten Schocks – auch dass so viele Leute gekommen waren überraschte uns – vor einer weissen Wand auf einer riesigen Bühne im anfangs blauen Licht und genossen das Konzert. Leider war der Bühnensound nicht der beste, was uns
zusätzlich Konzentration abverlangte. Trotzdem lief alles gut und nach einer ereignisreichen Stunde auf der Bühne – Sonjas Theater-Performance bei „Reflection“ und Johannes’ „Crazy-Kontrabass-Show“ bei „Black Widow“ seien als kleine Überraschungen, auch für den Rest der Band, herausgegriffen – freuten wir uns, mehr oder weniger erschöpft, über den rauschenden Applaus des Publikums, das uns zudem mit Standing Ovations belohnte. Noch recht benommen von den intensiven Gefühlen auf der Bühne hieß es schon wieder „einpacken“. Als das vollzogen war genossen wir noch einige gemütliche gemeinsame Stunden und ließen das Erlebte bei ein paar Bier Revue passieren.

Die anschließende Rückfahrt erwies sich als extrem Kraft raubend. Schließlich schafften wir es doch noch zurück nach Frankfurt, indem wir alle Stunde den (mittlerweile fast eingeschlafenen) Fahrer auswechselten.
Alles in Allem ein sehr schönes Erlebnis, das sich noch lange in unseren Köpfen halten wird.

Martin

   
             
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