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Brüssel, 18.12.2004»


Mein schönstes Erlebnis auf dem Schulausflug. Jetzt soll ich den Bericht für das Konzert schreiben und krieg's gesagt kurz bevor wir spielen und die hübsche Nehl mit ihrem netten Bassisten noch ihre schönen, ausgefallenen Lieder singt.
Na ja mal sehen. Da vermag für den offenen einen Erschütterung sich zu vollziehen? Fleite piepen - wenn die Chefetage das hier liest brauch ich nie mehr schreiben. Bin ich denn Schriftsteller oder was? Also von Anfang an: Es ist unser letztes Konzert des PERSEPHONE - Zyklus in Brüssel, im Botanique in der Witloof Bar. Für die zukünftige Planung von PERSEPHONE - Projekten im nächsten Jahr haben wir schon mal (in cognito) Hagen die Hauskuh von Tronje eingeführt und erwarten uns so eine Deutschquotenradiokompatibilität. Also aufgepasst! Auch wo „Woglinde“ und „Wellgunde“ draufsteht kann PERSEPHONE drin sein. Vielleicht müssen wir auch noch ein bisschen stabreimen:
“Weia waga!
Woge du Welle!
Walle zur Wiege!
Wagalaweia!
Wallala weiala weia!“
Aber auch inhaltsschwerere Texte gewinnen durch konsequenten Konsonanteneinsatz an Tiefe:
„Foitus?“ stöhnte der Fönig.
„Kellatio, funnilingus – was du willst“, sagte die Fönigin Klosshilde.
„Hauptsache, ich fomme“.
Und als die Königin zum zwölften Male gekommen war und die Sonne endlich unterging, da erschien das hässliche Männlein wieder. „Nun“, sprach es zum Fönig, „hast du auch brav den ganzen Tag das f wie ein k, das k wie ein f, das b wie ein p, das g wie ein k und das d wie ein t gesprochen?“ (sic! aus der Schreibwerkstatt)
„Ten kanzen tak, so wahr mir Kott helke!“ sagte der Fönig.
Heute back ich, morgen brau ich...Es ist natürlich Kumpel Filzchen, der an der Steinstrasse hockt und Tijuana-Bibles unter die Leute bringt.
Schiete, wie komm ich jetzt eigentlich zurück? Erst mal fikken. Nur Shit macht fit. Scheiten und Driäppen in der Dorfbauernschaft 24, kommt auch erst später, ich will doch zurück. Glieks wört’ tiet.
Ist ja jetzt auch schon lang her, die Tage werden schon wieder länger und die Vorsätze für das neue Jahr



sind schon alt, aber behaupten sich nichts desto Trotz nachhaltig. Unsere Butterfahrt bei Belgien war von einigen Handicaps begleitet. Martin und ich hatten unsere Krankheit in der Woche genommen und die Sonja kam direkt am Freitag aus England zur Probe. Wir probten als Quartett (Holger ergänzte das Trio zum Quartett, da gerade keiner mit einer Persönlichkeitsspaltung aufwarten konnte) bei mir. Der Nachbar war vorbereitet, ein Ästhet mit Stil: „Wir sind doch hier keine Musikschule“. Halbwegs transportfähig sind wir dann am Samstag mit zwei Autos gestartet, weil nicht, wie geplant und bestellt, ein großer Bus bei der Vermietung für uns zur Verfügung stand. Ich durfte bei John und Kerstin und dem ganzen Schlaggedöns mitfahren.
Hinter der Grenze wurden die Häuser schmaler und zierlicher, und im Radio wurden Lou Andriessen und Olga Neuwirth mit Peter Eötvös gespielt und der Moderator hat dabei die Heimatdichter Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek strapaziert. Aber ziemlich bald wurden wir vom Kollegen aus dem Club aufgegriffen, der uns zum Botanique schleuste. Angekommen und aufbauend stellten wir fest, dass der Tamburator (mutabor!!!!) den Weg bis in den Club in Brüssel nicht geschafft hat. Te koop?! To laat!!! Ohne Betriebsratsbeschluss hat dann die Cellofraktion den Tamburator gemacht. War dann unfreiwillig ne Soli-Aktion für die Kollegen, die am folgenden Sonntag Belgien verkaufsoffen halten mussten. Inzwischen kam auch Nehl mit ihrem Bassisten, begleitet von ihrem Freund, der als Schlagzeuger mit ihr in einer anderen Bandformation zusammenarbeitet. Ihr Klavier hat sie in einem Schlafsack dabei gehabt (Apfel im Schlafrock!!!!). Nach dem Soundcheck gab’s in einem flämischen Jugenstilrestaurant wat to iätten, begleitet u. a. von einem Sigmund Jähn der belgischen Luftwaffe und des Gothic in Personalunion, aus orangen Augen blickend. Obwohl vor uns spielend kamen Nehl, ihr Bassist und ihr Freund später zum Essen und mussten dann direkt vom Essen auf die Bühne. Ihr Konzert war sehr beeindruckend gewesen und hat das Publikum in gute Stimmung gebracht, was uns natürlich auch gepuscht hat, so dass es für uns auch ein tolles Konzertereignis war, welches den PERSEPHONE - Zyklus abgeschlossen hat. Es hat uns gefreut, dass sich unser Eindruck auch in den Reaktionen des Publikums, der anderen Band und des Veranstalters im Anschluss an das Konzert widergespiegelt hat. Besten Dank an alle! So konnten wir am Sonntag zufrieden nach Hause fahren und auf dem Weg noch beim Carrefour einkehren. Was für ein Thrill: Kaufen im Supermarkt am Sonntag. Das war der Tag dafür. Auf dem Carrefourparkplatz in Ans war dann Sense mit Kolonne fahren, weil wir mussten die Sonja noch nach Senden senden, Dorfbauernschaft, zweites Studio rechts.
D. w. d. w., n. d. v.

Bis die Tage
Johannes

PS: Alles Geklaute ist natürlich (wie der Name schon sagt) ohne die freundliche Genehmigung der Urheber geklaut.
PPS: Manche Wahrheiten mussten zugunsten trickyer Wortspielereien auf der Strecke bleiben.

   
             
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