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Wernigerode, 24.11.2007 »


Es geht wieder nach Wernigerode, unser Wohnzimmer sozusagen, denn nirgendwo haben wir bisher öfter gespielt.
Und diesmal war ich auch von unserer Reiseleitung sehr begeistert. Laute Anregungen, aber auch stille Wünsche wurden erfüllt. So begann es, dass wir mit dem fast fertig beladenen Bus bei Johannes abgeholt wurden und dann Dank des zusätzlich engagierten Chauffeurs Stefan auch sehr komfortabel sitzen konnten.
Und dann wurde mir noch in Aussicht gestellt, dass der Burger King Stopp schon eingeplant sei. Wow, Ihr seid so gut zu mir. Doch als es dann soweit sein sollte und wir die Ausfahrt nahmen, was musste ich da sehen, fahren sie doch an BK vorbei, hin zu Ronald! NEIN, wie oft hab ich Euch das schon gesagt,
das ist nicht das selbe, da gibt es Unterschiede - vielleicht nicht für Euch, aber für mich.
Meine Aufregung war jedoch vollkommen umsonst, war dies doch nur die durchaus gelungene Revanche für all die Veräppelungsversuche, die ich sonst so vornehme. John wartete mit Freundin dort auf uns, um mit uns die Weiterfahrt anzutreten. Gut, es waren zunächst nur 500 Meter, denn dann wurde alles gut…

Als wir am Nachmittag im Hotel ankamen trafen wir auch noch auf unsere beiden Individualanreiser Cordula und kleiner Lord. Somit machten wir uns mit dem größten Persephonegefolge aller Zeiten (11 Personen) auf zum Schloss. Wie immer auf das Herzlichste von Christian Juranek empfangen, breiteten wir uns in der Kirche aus, um unsere Stammplätze zu beziehen. War doch die gewohnt warme Akustik eine Wohltat nach dem trockenen Klang letzte Woche in Darmstadt, so ging der Soundcheck recht schnell. Umso besser, denn so konnten wir umso schneller Kerstins sagenhafte Pfannkuchentorte genießen.

Und während ich mich schon auf das Buffet freue, stelle ich fest, dass eine ganze Menge Menschen ins Schloss strömen. Hm, da war doch was, mussten wir uns das Abendessen doch erst noch verdienen. Also folgten wir Sonja auf die Bühne, wo sie schon vor uns an ihrem neuen Tisch Platz nahm. Die liebevoll arrangierten Details wie Tintenfass und Federkiel betrachtend stimmten wir a capella in "Strange" ein. Als wir dann für die nächsten Stücke unsere Plätze an den Instrumenten einnahmen, wagte ich einen ersten Blick ins Publikum und sah, dass die Kirche voll war wie das Waldstadion, wenn die Bayern kommen.

Dass Sonja wie immer darauf bestand, barfuß zu singen war ja kaum eine Übrerschung aber dennoch für mich immer wieder erstaunlich, war es doch ganz schön kalt. Wahrscheinlich war dies auch der Grund, warum wir zwischen den Stücken des öfteren mit Applaus bedacht wurden, ist dies doch die einzige Möglichkeit für
unsere Zuhörer gewesen, die Hände etwas zu wärmen. Nicht dass wir es nicht verdient hätten, würde ich doch mal ganz unobjektiv behaupten, dass unsere Performance die Begeisterung wert war.
Doch hat es die Kälte auch geschafft, mir ein leichtes Schmunzeln auf die Lippen zu legen, als ich meine kalten Finger am Hosenbein warmzurubbeln versuchte und Sonja in „The Man who swallowed my soul“ die Textzeile „…and his hands were cold…“ anstimmte.

Neben einigen altbekannten Klassikern bekamen die Wernigeröder Pilger auch eine Menge neue Stücke zu hören. Die a capella Versionen von "Strange" und "Stranger" setzten den Trend von "The End of the World" fort, uns Musiker auch außerhalb unserer Kernkompetenzen einzusetzen. Mit "Everlasting" hatten wir auch eine neue Nummer, die hervorragend mit den Cellostücken "The day you went away" und "Drowning theme" harmonierte. In dem bewegteren Schlussteil konnte das Publikum nach "Black Widow", "Reflection" und "Mean" bei "Blue" dem Wahnsinn noch für kurze Zeit entkommen, doch mit "Merciless" und der Zugabe "Don’t talk to strangers" (Coverversion von DIO) war es dann um alle geschehen. Hat es doch allen so gefallen, dass wir unsere Gäste mit "Guardian Angel" in die Nacht entließen.

Jetzt stand dem Buffet eigentlich nichts mehr im Wege, nur noch schnell das Cello einpacken, ab zum Zapfhahn und…he was machen denn noch all die Leute hier in der Kirche? Ah, Autogramme.
Da mich der Weg zu meinem Cello nur durch die Massen geführt hätte, musste ich mir etwas einfallen lassen. Vielleicht kann man sie ablenken. Da kam mir die Idee, Sonja etwas zu drängeln, sie solle rauskommen, und siehe da, es hat funktioniert: Die Massen waren in die richtige Richtung gelenkt und ich konnte ungehindert dem Gerstensaft entgegenschreiten.

Doch auch beim anschließenden Essen wurde noch weiter gearbeitet. Da Philipp von der Plattenfirma da war, hat er uns noch gleich ein paar CDs und Poster zum Signieren vorgelegt, auf dass diese in einigen Verlosungen die Öffentlichkeit erfreuen.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück in die Heimat und die Reiseleitung hatte noch zwei Schmankerl parat: Zum einen der Stopp am BK (wurde mein jahrelanges Nörgeln und Jammern nun endlich erhört? Werde ich in meiner Sucht verstanden? Übrigens Stefan, ich hab die Krone noch, wenn Du die Möglichkeit haben willst, sie über ebay zu ersteigern, dann sag Bescheid, dann stell ich sie rein), zum anderen der Nach-Hause-Bring-Service. Super, da freu ich mich doch schon auf die Fahrten nach Prag, Wien, Wuppertal, Stuttgart, Zürich…

Holger
   
             
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