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Wave Gotik Treffen - Leipzig, 10.05.2008 »


Samstagmittag. Martin und ich stehen pünktlich vor dem voll bepackten Auto, als langsam auch der Rest der Truppe eintrudelt. Holger, Johannes und John sind sichtlich verwirrt und befürchten schon zu spät zu sein, denn ab und zu hängen eher Martin und ich hinterher...
Vielleicht war es die Vorfreude, oder aber auch die Erfahrung, die wir uns mittlerweile in der Routenplanung und im Verstauen von Instrumenten, Merchandisekisten und sperrigen Kerzenständern angeeignet haben, auf jeden Fall ist alles bereit und wir brechen plangemäß gen Leipzig auf.
Diesmal sind wir sogar zweimal auf dem Festival vertreten. Der erste
Auftritt findet im Heidnischen Dorf statt und am Sonntag spielen wir im Schauspielhaus. Wir sind gespannt.
Ich war noch nie zuvor im Heidnischen Dorf und bin dementsprechend neugierig. Zuvor beziehen wir aber unsere Hotelzimmer und holen unsere Festivalbändchen. Im Organisationsbüro des WGTs geht`s sehr gemütlich und ungewohnt gelassen zu, was mir auch schon positiv bei der Planung im Vorfeld aufgefallen ist.
Im Heidnischen Dorf angekommen, schauen wir uns erstmal ein bisschen um und schlendern über das Gelände...
Langsam rückt unser Auftritt näher – das denken wir zumindest – doch dann beschlagnahmt eine Feuertanzgruppe die gesamte Bühne, was auch die Techniker vor Ort etwas aus dem Konzept bringt, weil wir nicht wie geplant mit dem Soundcheck und Aufbau beginnen können. Abwarten.
Als die Darbietung der Tänzerinnen vorbei ist, entern wir die Bühne. Wie wir erfahren geht das Licht nur noch an, oder aus. Wir entscheiden uns für halb an. Ein Glück, dass wir auch Kerzen dabei haben.
Schon beim Soundcheck und Aufbau, bei dem uns das Publikum bereits gespannt zusieht, wird mir klar, dass dieses Konzert mit allen Regeln, die mir sonst so heilig sind, brechen wird.
Mit reichlich Verspätung betreten wir die Bretterbühne. Vor uns scharen sich die wirklich interessierten Zuschauer. Weiter hinten sitzen oder liegen Leute im Gras und am Bühnenrand haben sich betrunkene Gäste in der Nähe der Bar platziert, denen das Konzert ab der Hälfte eindeutig zu lange dauert und die ihren Unmut laut kund tun - Nachdem wir nur sehr leise abgemischt werden und man eigentlich nur direkt vor der Bühne gut hören kann, sind die Zwischenrufe, die nicht zu unseren Gunsten ausfallen, wohl lauter als wir.
Auf der Bühne sind wir weiterhin bemüht dem Gedanken „Romantisches Nachtkonzert“ alle Ehre zu machen.
Gut, es war Nacht und auch auf der Bühne muss es auf Grund des Lichtproblems recht finster gewesen sein, nur mit der Romantik ist`s sehr schwierig, da es im Dorf doch eher rustikal zu geht und die grundsätzliche Unruhe unseren Songs nicht sehr zuträglich ist. Vor „Reflection“ packe ich schließlich die Gelegenheit beim Schopf und mache eine Ansage, die, die Betrunkenen schließlich doch noch zum Schweigen und den Rest des Publikums zum Lachen bringt. Selbst Holger kann sich nur schwer zusammen reißen und sich das Lachen kaum verkneifen, als ich den Herrschaften auch noch zuwinke... Zumindest war es nachher ruhig und wir können das Konzert gut zu Ende bringen.
Ich denke wir haben das Beste aus der Situation gemacht, nur leider fühlten wir uns doch etwas deplatziert, aber irgendwie machte der recht abenteuerliche Auftritt mit Lagerfeueratmosphäre und Umziehen im Auto auch Spaß...
Dennoch: Genug der Eindrücke für diesen Sonnabend, wir packen schnell alles in unser Auto und nichts wie weg – zurück in die Zivilisation.
Der sehr ereignisreiche Tag findet in der Hotelbar seinen Ausklang. Müde fallen wir in unsere Betten, die wir allerdings schon sehr früh für den Soundcheck im Schauspielhaus verlassen müssen.

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